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Bedarfsanalyse

Permanent bestehenden Stadtteillabore ermöglichen es, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, kollektiv und machtkritisch Forschungsvorhaben (z.B. Community Health Surveys) zu erarbeiten und durchzuführen sowie voneinander zu lernen (FALGE & BETSCHER 2024, BETSCHER et al. 2025). Ziel unserer inklusiven und kontinuierlichen Forschungspraxis ist die Entwicklung von konkreten Lösungen für die Stadtteile, die unmittelbar in der Arbeit solidarischer Stadtteilgesundheitszentren bzw. im Aufbau eines solchen Berücksichtigung finden können.


Gesundheitsatlas Bonn 2025

Wie prägen soziale und räumliche Unterschiede die Gesundheit in Bonn?

Dieser Frage widmet sich der Gesundheitsatlas Bonn, der im Bachelor-Projektseminar „Gesundheit und Umweltgerechtigkeit“ (Sommersemester 2025) am Geographischen Institut in Kooperation mit uns entstanden ist. Ziel der studentischen Arbeiten war, gesundheitliche Ungleichheiten in Bonn sichtbar zu machen und aufzuzeigen, wie Lebensbedingungen die Gesundheit beeinflussen.

© Mareike Frank/GIUB


Qualitative Bedarfsanalyse für ein Stadtteilgesundheitszentrum im Raum Bonn

Lehrforschungsprojekt an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe 2025

Im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts wurden zentrale Stakeholder aus Gesundheitsversorgung, Sozialwesen, Verwaltung und Politik in Bonn qualitativ interviewt, um ein präzises Bild der aktuellen Versorgungssituation und der strukturellen Herausforderungen zu gewinnen. Die Auswertung der Interviews führte professionelle Perspektiven und Erfahrungswissen zusammen und ermöglichte ein differenziertes Verständnis der Bedarfe.

Die Einschätzungen der Befragten fallen deutlich aus: Die Versorgung wird als fragmentiert, unübersichtlich und für viele Bevölkerungsgruppen schwer zugänglich beschrieben. Genannt werden insbesondere Menschen mit Migrationserfahrung, Familien mit niedrigem Einkommen, Bewohnerinnen und Bewohner benachteiligter Stadtteile sowie ältere und mobilitätseingeschränkte Personen. Als zentrale Hürden wurden die unübersichtliche Angebotslandschaft, unklare Zuständigkeiten und eine schlechte Erreichbarkeit benannt. Gleichzeitig wurde ein starkes Bedürfnis nach besserer Vernetzung, nach niedrigschwelligen Zugängen und nach einer Einrichtung geäußert, die systematisch an Verbesserungen der Lebensbedingungen im Quartier mitwirken kann, beispielsweise indem auf Wohnverhältnisse und weitere Determinanten von Gesundheit aufmerksam gemacht wird.

Mit Blick auf die verschiedenen Stakeholderperspektiven zeitgt sich, dass Fachkräfte aus der Praxis die Bedeutung von Niedrigschwelligkeit, einer engen Verzahnung von Gesundheits- und Sozialwesen sowie eines bio-psycho-sozialen Verständnisses von Gesundheit hervorheben. Skepsis fand sich stärker auf politisch-administrativer Ebene, insbesondere in Bezug auf Finanzierungsfragen und die Abgrenzung zu bestehenden Angeboten. Ein interdisziplinäres Stadtteilgesundheitszentrum trifft in Deutschland auf strukturelle Hürden, die frühzeitig adressiert werden müssen, um eine nachhaltige Implementierung zu ermöglichen.

Die qualitative Forschung führt zu einer klaren Empfehlung. Ein Stadtteilgesundheitszentrum bietet die Chance Orientierung zu schaffen, Zugänge zu erleichtern, lokale Akteure zu verbinden und präventive wie beratende Angebote zu bündeln. Die Arbeit zeigt, dass ein solcher Ort nicht nur wünschenswert ist, sondern aus Sicht der relevanten Stakeholder einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit und der Zusammenarbeit in Bonn leisten würde.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei den Studierenden Lea Leisner, Marleen Teutemacher, Nora Schubert und Frederike Peter für diese wertvolle Arbeit!


Sozialbericht zur Lage der Stadt Bonn 2025

Unter dem Titel „Bonn – teures Pflaster“ haben Bonner Caritasverband und Diakonisches Werk Bonn und Region den neuen „Sozialbericht zur Lage der Stadt Bonn 2025“ präsentiert.

Dem Sozialbericht wollen wir noch die wohnortsnahe Versorgung mit Allgemeinmedizinpraxen an die Seite stellen. Auffällig ist hier, dass pro 1.000 Einwohner:innen die Bezirke mit geringer sozialer Teilhabe auch eine geringe Versorgung mit Allgemeinmedizinpraxen aufweisen: